Belgien WM 2026 — Letzte Chance? Meine Einschätzung

Belgien bei der WM 2026 — Letzte Chance für die Goldene Generation

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Es gibt Mannschaften, die man liebt, weil sie gewinnen. Und es gibt Mannschaften, die man liebt, weil sie es immer wieder fast schaffen. Belgien gehört zur zweiten Kategorie. Seit 2014 warte ich darauf, dass die Goldene Generation — De Bruyne, Lukaku, Courtois, Hazard — endlich einen großen Titel holt. Bei der WM 2018 war das Halbfinale die Endstation, bei der WM 2022 das peinliche Gruppenaus, bei der EM 2024 das Achtelfinale. Jetzt, bei der WM 2026, ist die Zeit endgültig abgelaufen — zumindest für die alte Garde. Die Frage ist: Reicht die neue Generation, um Belgiens letzten großen Anlauf zu tragen?

Kader — Was von der Goldenen Generation übrig bleibt

Kevin De Bruyne ist 35, und jeder weiß, dass die WM 2026 sein letztes großes Turnier sein wird. Bei Manchester City hat er in der laufenden Saison seine Verletzungsprobleme überwunden und zeigt immer noch Phasen von absoluter Brillanz. Aber die Konstanz früherer Jahre ist weg — De Bruyne hat Spiele, in denen er das Mittelfeld kontrolliert wie kein anderer, gefolgt von Spielen, in denen seine Knie nicht mitmachen. Für ein Turnier mit bis zu sieben Spielen in vier Wochen ist das ein Risiko.

Romelu Lukaku ist ein ähnlicher Fall. Mit 33 Jahren ist er nach wie vor ein Torjäger, der aus fünf Chancen drei Tore macht — wenn er fit ist und wenn das System zu ihm passt. Bei Napoli hat er unter Antonio Conte seine beste Saison seit Jahren gespielt, aber die Nationalmannschaft ist ein anderes Tier. Thibaut Courtois im Tor bleibt Weltklasse — der Real-Madrid-Keeper ist der beste Torhüter des Turniers und allein ein Grund, warum Belgien jedes Spiel gewinnen kann.

Die neue Generation gibt Hoffnung. Jérémy Doku von Manchester City bringt eine Explosivität auf den Flügel, die dem alten Belgien fehlte. Seine Dribblings sind auf dem Niveau eines Vinícius Júnior, auch wenn seine Entscheidungsfindung im letzten Drittel noch reift. Amadou Onana von Aston Villa ist der neue Motor im Mittelfeld — physisch dominant, ballsicher und mit einem Vorwärtsdrang, der das belgische Spiel modernisiert. Loïs Openda von Leipzig komplettiert die neue Welle mit seiner Schnelligkeit im Sturmzentrum. Mein Kader-Rating: 6 von 10 — die Mischung aus alter und neuer Generation birgt Spannungen, die Trainer Domenico Tedesco lösen muss.

Schlüsselspieler — De Bruyne, Doku und der Umbruch

De Bruyne wird 90 Minuten lang der beste Spieler auf dem Platz sein — und dann drei Tage Regeneration brauchen. Dieses Paradox definiert Belgiens Turnierstrategie. Tedesco muss entscheiden: Setzt er De Bruyne in allen drei Gruppenspielen ein und riskiert eine Verletzung für die K.o.-Runde? Oder schont er ihn gegen den schwächsten Gegner und hofft, dass die restliche Mannschaft reicht? Mein Rat: De Bruyne gegen Ägypten und im K.o.-Spiel, Schonung gegen Neuseeland. Iran — falls das Team teilnimmt — wird der dritte Gegner, der taktisch am meisten Vorbereitung verlangt.

Doku ist der Spieler, auf den alle belgischen Wettfreunde schauen sollten. Seine Quote als Turniertor-Schütze liegt bei 4.00 — für einen Flügelspieler seiner Klasse, der regelmäßig in den Strafraum eindringt, ein attraktiver Wert. Bei Manchester City hat Doku gelernt, effizienter abzuschließen, und seine Torquote ist von 0.15 auf 0.28 pro 90 Minuten gestiegen. In einem Turnier mit schwächeren Gruppengegnern hat er die Plattform für 2–3 Tore.

Gruppe G — Ägypten und die Iran-Frage

Belgien spielt in Gruppe G gegen Ägypten, Iran und Neuseeland. Ägypten mit Mohamed Salah ist der stärkste Gegner — Salah allein macht jedes Spiel zu einem Ereignis, und die ägyptische Defensive ist solide. Ägypten hat in der afrikanischen Qualifikation eine beeindruckende Konstanz gezeigt und verfügt neben Salah über Spieler wie Mohamed Elneny und Omar Marmoush, die in europäischen Ligen Erfahrung gesammelt haben. Das Spiel Belgien gegen Ägypten wird das Highlight der Gruppe, und ich erwarte ein enges 1:1 oder 2:1 für Belgien.

Iran ist ein Sonderfall: Zum Zeitpunkt dieser Analyse ist die Teilnahme aufgrund des Konflikts mit den USA/Israel nicht gesichert. FIFA wird bis zum Kongress am 30. April entscheiden, ob Iran teilnimmt oder durch die VAE ersetzt wird. Irans Team verlangt einen Transfer der Spiele aus den USA nach Mexiko, was die FIFA ablehnt. Unabhängig davon, wer letztlich antritt — ob Iran oder die VAE — handelt es sich um einen Gegner, den Belgien schlagen muss. Neuseeland ist der klare Außenseiter der Gruppe und wird gegen Belgiens individuelle Klasse keine Chance haben.

Meine Prognose: Belgien Erster mit 7 Punkten, Ägypten Zweiter mit 4 oder 5. Die Gruppensieg-Quote bei 1.50 ist fair, kein klarer Value. Was mich beunruhigt: Belgiens Formkurve unter Tedesco. Nach einem vielversprechenden Start hat das Team bei der EM 2024 enttäuscht, und die Nations-League-Ergebnisse waren durchwachsen. Die Frage ist, ob Tedesco die richtige Balance zwischen der alternden Goldenen Generation und den hungrigen Jungen findet.

Quoten und Fazit — Noch einmal glauben?

Belgiens Titelquote liegt bei 20.00 bis 25.00, was einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 4–5 % entspricht. Meine Einschätzung: 3–4 %. Der Markt überbewertet Belgien leicht, weil der Name „Goldene Generation“ immer noch eine emotionale Prämie trägt. In der Realität ist diese Generation am Ende ihres Zyklus, und die neue hat noch nicht bewiesen, dass sie Turniere gewinnen kann.

Value sehe ich bei einer einzigen Wette: Courtois als bester Torhüter des Turniers bei einer Quote um 8.00. Der Real-Madrid-Keeper ist objektiv einer der drei besten Torhüter der Welt, und wenn Belgien in der K.o.-Runde enge Spiele übersteht — was bei Belgiens Defensive durchaus möglich ist —, wird Courtois die entscheidende Figur sein. Seine Paraden werden Highlights produzieren, und diese individuelle Auszeichnung berücksichtigt nicht, wie weit das Team kommt, sondern wie gut der einzelne Spieler performt.

Mein Gesamtrating für Belgien: 6 von 10. Ein Team mit genug Qualität für das Achtelfinale, aber nicht für mehr. De Bruynes letzter Tanz wird emotional, aber sportlich erwarte ich ein Ende im Achtel- oder Viertelfinale. Die Goldene Generation verabschiedet sich ohne großen Titel — ein trauriges, aber realistisches Szenario. Für den Mannschaftsvergleich empfehle ich meinen großen Bewertungsartikel.

Ist die WM 2026 De Bruynes letztes Turnier?
Mit großer Wahrscheinlichkeit ja. Kevin De Bruyne wird bei der WM 2026 35 Jahre alt sein und hat angedeutet, dass dies sein letztes großes Turnier wird. Seine Fitness wird entscheidend sein — Trainer Tedesco muss ihn klug einsetzen.
In welcher Gruppe spielt Belgien bei der WM 2026?
Belgien ist in Gruppe G und trifft auf Ägypten, Iran (Teilnahme unsicher) und Neuseeland. Ägypten mit Mohamed Salah ist der stärkste Gegner. Belgien wird als Gruppenfavorit gehandelt.

Verantwortungsvolles Spielen

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